AG Köln: Teilnahme an Trinkgelagen kann ordentliche Kündigung rechtfertigen
Kernaussage: Wer sich als Mieter*in wiederholt an mehrstündigen Trinkgelagen im Hauseingangsbereich beteiligt und dadurch Lärm- und Geruchsbelästigungen verursacht, verletzt mietvertragliche Pflichten schuldhaft und nicht unerheblich – eine ordentliche Kündigung nach § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB ist dann wirksam. Kurzfall In einem Kölner Mehrfamilienhaus kam es am Hauseingang zu langandauernden Trinkrunden mit Gegröle und Uringeruch, an denen auch die Erdgeschossmieter teilnahme
BGH: „Dumping“-Miete macht Mietvertrag nicht automatisch sittenwidrig
Kernaussage: Ein Wohnraummietvertrag ist nicht schon deshalb nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig, weil die Miete extrem niedrig ist. Für Sittenwidrigkeit wegen kollusiven Zusammenwirkens braucht es ein bewusstes Zusammenwirken beider Vertragsseiten zum Nachteil des Vertretenen; bloße Kenntnisverdachtsmomente reichen nicht. Kurzfall Eine GmbH vermietete 2017 eine 177 m²-Wohnung in Berlin für 600 € nettokalt und gewährte bis 09/2018 Mietfreiheit gegen Renovierung. Die Gesellschaft
AG München: WEG muss Zustimmung zum Mauerdurchbruch für zweite Balkontür erteilen
Leitsatz kompakt: Wohnungseigentümer haben nach § 20 Abs. 3 WEG einen Anspruch auf Genehmigung einer baulichen Veränderung am Gemeinschaftseigentum, wenn keine konkreten, erheblichen Nachteile für andere Eigentümer nachweisbar sind. Bloße Befürchtungen zu Statik, Heizung oder Abdichtung reichen nicht. Kerndaten Gericht: Amtsgericht München Datum / Az.: 27.05.2025 – 1293 C 26254/24 Status: rechtskräftig Kurzfall Eigentümer wollten in einer Loggia-Wohnanlage neben der bes
BGH: Vermieter haftet für Sturz auf vereistem Gemeinschaftsweg – auch bei beauftragtem Winterdienst
Leitsatz kurz: Die Pflicht des Vermieters, Wege winterlich zu sichern, bleibt mietvertragliche Nebenpflicht – selbst wenn der Winterdienst an eine Hausmeister-/Facility-Firma ausgelagert ist. Deren Versäumnisse werden dem Vermieter als Erfüllungsgehilfen-Verschulden (§ 278 BGB) zugerechnet. Sachverhalt: Eine Mieterin stürzte an einem Januarmorgen 2017 auf einem nicht geräumten Zugangspfad eines Mehrparteienhauses in Solms. Für die Gemeinschaftsflächen war eine professionel
BGH: Vermieter dürfen Schadensersatz nach Kostenvoranschlag berechnen
Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 19. April 2023, Az. VIII ZR 280/21) hat entschieden, dass Vermieter Schäden an einer Mietwohnung…
BGH: Austausch von Rauchmeldern ist keine Modernisierung
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat klargestellt, dass der Austausch gemieteter Rauchmelder durch gleichwertige, neu gekaufte Geräte keine…
OLG Frankfurt: Nähe zu Schulen kein Mietmangel bei Spielhallen
Das Oberlandesgericht Frankfurt (Az. 2 U 5/23) hat entschieden, dass die Lage einer Spielhalle in der Nähe einer Schule allein keinen…
Schadensersatz des Untermieters bei Pflichtverletzung durch den Hauptmieter
Wird ein Untermieter aus einer Wohnung gedrängt, weil der Hauptmieter seinen Pflichten gegenüber dem Vermieter verletzt, kann dies…
Verwaltungsgericht Freiburg: Vermieter müssen für offene Müllgebühren aufkommen
Das Verwaltungsgericht Freiburg hat bestätigt, dass Vermieter für ausstehende Abfallgebühren ihrer Mieter zur Kasse gebeten werden dürfen…
BGH 2025: Neue Maßstäbe zur Kostenverteilung im WEG-Recht
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in zwei aktuellen Entscheidungen (Az. V ZR 236/23 und V ZR 128/23) zentrale Fragen zur Verteilung von…